Umstellung Sommer - Herbst

Umstellung Sommer - Herbst  

Im August beginnt der Fellwechsel
Während des Sommers, der durch das Element Feuer kontrolliert wird, ist der
Körper mehr von den externen, den äusseren Einflüssen abhängig. Herbst, auf
der anderen Seite, ist die Phase, indem sich der Körper auf die Winterzeit
vorbereitet und damit im Verständnis der TCM, das Augenmerk auf das "Innere" verlagert.
Schon im August beginnt diese Phase, obwohl bei vielen Pferden der Fellwechsel erst im September für uns sichtbar wird. Körper und Geist
verbrauchen eine Menge Energie.
Die Übergangszeit Sommer und Herbst, ist mit dem Element Erde verbunden - die Yin-Energie. Der Milz Meridian übernimmt die Kontrolle.
Während dem Milz/Pankreas Meridian die Umwandlung des Futters und Wasser, wie auch der Transport dessen im Körper obliegt, sorgt der Meridian Leber für den freien Fluss des Wei Qi (Schutz-Qi). Wenn Qi gesund ist, wird die aufsteigende Funktion der Milz mit der absteigenden Funktion des Magens für die normale Verdauung, Absorption und Verteilung von Nahrung koordiniert.
Sowohl Magen und Milz führen eine externe-interne Beziehung über die Meridiane. Sie sind beide im "Mittleren Jiao" oder "Mittleren Erwärmer" gelegen.

Schwaches Immunsystem
Wenn Störungen diesen Prozess beeinträchtigen, das Schutz-Qi dazu schwach ist, sehen wir häufiger Magen und Darm Probleme, aufgeblähte Bäuche, Kotwasser und Koliken. Bei schwachem Leber Meridian häufen sich zudem Anspannung und Nervosität während dieser Zeit.
Nun beginnt ein weiterer fehlerhafter Kreislauf, denn der Milz/Magen Funktionskreis ist nicht mehr in der Lage, Herz und Lungen Meridian zu versorgen, Husten ohne Infekt ist ein weiteres Symptom, dass ich in dieser Phase häufiger in der Praxis sehe, Leistungsschwäche und Müdigkeit ein anderes.
Der Lungen Meridian kontrolliert auch die Zirkulation des Wei-Qi, dass den Körper vor dem Eindringen von pathogenen Erregern schützt. Das Wei-Qi zirkuliert auf der Oberfläche zwischen Haut und Muskeln und wirkt, um den Körper zu wärmen. Wenn das Wei-Qi schwach ist, werden Haut und Muskeln nicht richtig erwärmt, kranke Pferde sollten in kalten Nächten (unter 12/13 Grad) mit leicht gefütterten Decken unterstützt werden, Pferde mit Magen Problematik mit mind. 100 Gramm Decken, sonst kühlen sie zu sehr aus und wir befassen uns mit dem nächsten Problem.
Als weiteres zeigen sich Störungen auch im Hautbild und in verstärkten Emotionen, das Herz Shen wird unruhig. Gerade bei den Headshakern beobachte ich in der Zeit von August bis Oktober, manchmal sogar bis in einen warmen November hinein, einen Anstieg des Leber Yang, dass sich wiederum auf den Milz Meridian auswirkt; zusätzlich zu der oben angesprochenen Problematik sieht man dann ähnliche Symptomatik wie im Frühjahr: irrationale Ängste, Aggressionen, Schreckhaftigkeit.
Bei den Pferden, die hauptsächlich unter Hauterkrankungen leiden, sieht man, wenn das Immunsystem nicht gut unterstützt wird, ein erneutes Aufflammen der Erkrankungen.
Aufgrund dieser sehr wichtigen Vorgänge im Körper ist es unumgänglich, dem ohnehin schon kranken Pferd viel Ruhe zu geben. Anstrengende Arbeitsleistung sollte auf Erhaltungsleistung reduziert werden, das Immunsystem mit die körpereigene Abwehr stärkenden Mitteln unterstützt werden.

Copyright Iris Brown, TCVMP

2018