Leber/Galle wird der zugehörige Meridian genannt, beeinflusst wird er auch durch den Nieren Meridian.
In der chinesischen Medizin ist der Leber Meridian für den reibungslosen Fluss der Energie
des Körper verantwortlich. Dieser Meridian neigt dazu, stagnierende Energie zu
akkumulieren, insbesondere während der stark »konzentrierenden & zusammenziehenden«
Jahreszeit des Winters, wenn die Auswirkungen vieler Monate zuvor die Essenz schwächen.
Man nennt das Leber Qi Blockade im generellen, nicht mehr nur eine Schwäche.
Wenn Leber stagniert, sehen wir alle Arten von Ungleichgewichten im Körper: verstärkte
Emotionen, z.B. Frustration und Reizbarkeit, zusammen mit mehr Zorn und / oder
Depression. Wir können Kopfschmerzen und andere Beschwerden wie zB. Schmerzen im
ganzen Körper beobachten.
rote, juckende, tränende Augen, plötzliches wegstürmen (steigendes Leber Yang),
Panikattacken aus heiterem Himmel vor bekannten Dingen (Leere des Nieren Meridians),
in einem Moment Gleichmut, im nächsten Unmut, stumpfes Fell, selbst das neu schiebende
Sommerfell (Leber Blut Mangel) wirkt glanzlos, Gewichtsverlust, und viele andere
Symptome durch die Unfähigkeit der Leber, sich »frei« bewegen zu können.
Deshalb ist es so wichtig in der ersten Zeit des einbrechenden Frühjahrs, jede Stagnation oder
Ansammlung zu entfernen, die sich über den Winter entwickelt haben mag, sodass der
Prozess im Wandlungszirkel des Lebens reibungslos ablaufen und harmonisch sein kann.
Wenn Ihrem Pferd noch nicht die Zeit zum »Aufladen« während der Wintermonate aufgrund
erhöhter oder kontinuierliche Auslastung gegeben wurde, das heisst nicht unbedingt durch
Arbeit verursacht, sondern auch durch andere Faktoren und Umstände, zB wechselnder
Pferdebestand, dauernd wechselndes Futterarten, schlechte Rauhfutterqualität, schnell
wechselnde Temperaturen, usw., mögen Sie solche Anzeichen erkennen.
Auch wenn das Pferd erst ein paar wenige Monate in der Therapie ist, ist der Wechsel der
Jahreszeiten besonders schwer, hinzu kommt der Fellwechsel, der nach aussen hin vielleicht
erst im Februar, März oder April beginnt, je nach Temperatur, jedoch schon wesentlich früher
im System »angemeldet« wird, schon im Januar, sobald das Tageslicht länger wird.
Ist es ein relativ junges Pferd, kommt zu dieser Belastung auch noch die immense Aufgabe
des Wachstums.
Dann addieren wir die typischen Frühjahrswurmkuren und anfallenden Impfungen, welchen
den Leber Meridian noch mehr blockieren.
Wird das Anweiden bei solchen Pferden nicht besonders langsam vollzogen, sehen wir
weitere Störungen.
Viele Besitzer klagen dann über die ersten Anzeichen von Allergien bei ihren Pferden; dieses
ist auch typisch, gerade für ein schon krankes oder schwächliches Pferd, das sog. Schutz-Qi
ist über den Winter schwächer geworden.
Leber und Lungen Meridian sind nun in einem hyperaktiven Zustand. Ist die Leber Meridian
dazu noch »unter Feuer und blockiert« , bemerken Sie plötzlich einen nicht zu
diagnostizierenden Husten. Schnell ist man mit chemischen Mitteln zur Hand, quasi zur
Vorbeugung, es könnte ja sein, dass ein Infekt kommen mag; dann produzieren Sie noch
mehr Belastungen. Also Vorsicht.
Sollte Ihr Pferd ein Headshaker und erst seit kurzem, ca. ein halbes Jahr in
Therapie sein, und es zeigt von einen auf den anderen Tag heftige Symptome während des
Frühjahrs, nicht selber in Panik ausbrechen, das ist NORMAL; je länger die Therapie
fortschreitet, desto schwächer und kürzer die Symptomatik/Rückfälle, d.h. die nächsten
Wechsel von Herbst zum Winter, Winter zum Frühjahr werden mit Sicherheit wesentlich
besser überstanden.
Unterbrechen Sie in diesem Falle die Arbeit, machen Sie nur das, was Ihrem Pferd keine
Spannungen verursacht, warten Sie mit Impfungen und Wurmkuren, achten Sie auf Routine,
UND nehmen Sie selber eine positive Haltung ein.
©Iris Brown, TCVMP
https://www.pferde-tcm.eu
2012