Akupunktur Kurz Erklärt

Vielseitiger Einsatz in der Praxis

Nachdem sich die Akupunktur in der Humanmedizin immer mehr von der Aussenseitermedizin zu einer anerkannten und sehr effektiven Heilmethode mit grossem Erfolg durchsetzen konnte, ist sie auch in der Tierheilkunde von grosser Bedeutung und nicht mehr wegzudenken.
Wie wohl kaum eine andere Therapie versucht die Akupunktur nicht nur die Symptome zu behandeln, sondern den Ursprung der Erkrankung festzustellen und dort gezielt zu therapieren, um so eine Verschiebung der daraus resultierenden Symptome zu vermeiden.
Nur durch diese wirklich ursächliche Behandlung der Erkrankung sind auch die beeindruckenden Therapieerfolge bei so vielen therapieresistenten Erkrankungen zu erklären.

Leitbahnen gleichen einem Strassennetz

Nach der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sind lebende Organismen vergleichbar mit einer Landkarte, einem Netz von Energieleitungen, genannt Meridiane oder Leitbahnen. Diese tragen lebensgebende Energie zu und von jedem Körpersystem. Jede Störung oder Unterbrechung in diesem Energiefluss kann die normale Funktion stören, was evtl. zu einer Krankheit führt, kann der Körper nicht kompensieren.

Um eine Diagnose nach den Richtlinien der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) zu erstellen, ist eine ganzheitliche Betrachtungsweise des Tieres unumgänglich. Schulmedizinische Befunde werden auch hier einbezogen, die Akupunktur stellt keine Konkurrenz-Therapie dar. Grundkenntnisse der Anatomie sowie Wissen um andere Behandlungsmethoden sind ebenfalls vonnöten. Unterdrückung von Schmerz ist nicht Sinn der Akupunktur.
In der Diagnostik werden u.a. Funktionsstörungen der Meridiane und des Energieflusses erkannt.
In der Behandlung von Krankheiten löst die Akupunktur eine Stimulation von spezifischen Punkten entlang der betroffenen Kanäle aus, um den "blockierten" Energiefluss zu öffnen und die normale Funktion wieder herzustellen. Ausschlaggebend für den Erfolg der Behandlung ist die Diagnose, die Präzision bei der Auswahl der richtigen Punkte, setzen der Nadeln und gezielter Laserstrahl, wie auch die Erstellung eines umfassenden Behandlungsplanes (Folgetermine, Abstimmung des Handling und Management usw) .

Wissenschaftlich betrachtet und nachgewiesen, werden durch die Akupunktur eine Vielzahl von Reaktionen ausgelöst. Durch die Stimulierung von Nervenimpulsen und damit das Freisetzen von Überträgersubstanzen, sog. Transmitter, die von den Nervenenden gebildet werden, zB Acetylcholin, können ua. entzündungshemmende und schmerzlindernde Prozesse in Gang gesetzt werden. U.a. wird eine Verbesserung der Durchblutung wie auch gezielte Entspannung der Muskulatur erreicht, das Immunsystems gestärkt und zu guter Letzt durch die allg. Linderung und Stärkung die psychische Belastung verringert (beim Tier auffällig z.B. Lethargie, Apathie, Appetitlosigkeit, Arbeitsunwilligkeit, Aggressionen).

Frau Pudda setzt zwei der fünf bekannten Methoden der vet.med. Akupunktur ein

1. Die Nadelung
Das Einführen von feinen Metallnadeln in einer bestimmten Tiefe, die in der Rgel nach ca. 20 Minuten vom Körper alleine heraus geschoben oder vom Akupunkteur entfernt werden. Erstaunlicherweise besteht bei den meisten Tieren eine grössere Toleranz der Akupunkturnadeln als zB beim setzen von Kanülen und Impfungen, zum einen, weil die Nadeln wesentlich feiner sind, zum anderen, weil die erwünschte Nerven Stimulation meist ebenso schnell beginnt, wie die psychische Reaktion auf den Einstich.

2. Laser-Akupunktur

Ein schmerzfreier Strahl von kaltem Laserlicht wird verwendet, um Punkte auf den Leitbahnen zu stimulieren. Im Vergleich zu den chirurgischen Lasern können die Low-Level-Laser die Hautschichten nicht verbrennen. Studien belegen, dass der Einsatz von sog. Low-Level-Laser helfen kann, Körperzellen zu regenerieren, Schmerzen zu verringern, Entzündungen zu reduzieren, die Durchblutung zu verbessern, um nur einige Beispiele zu nennen. Ebenfalls kommt der Laser zum Einsatz, wenn das Tier die Nadeln nicht tolerieren kann.

Eine kleine Übersicht der Anwendungsgebiete

Erkrankungen des Bewegungsapparates
Rückenprobleme
Arthrose
Verletzungen u. Entzündungen der Bänder, Sehnen, Muskeln
Rittigkeitsprobleme
Verhaltensstörungen
Atemwegserkrankungen
Stoffwechselerkrankungen
Störungen im Magen-Darmbereich
Hauterkrankungen
Allergien
Augenerkrankungen
Störungen des zentralen Nervensystems
Headshaking
Hormonelle Störungen
Vitalitätsstützung insbesondere bei älteren Tieren
Leistungsabfall (besonders bei Sportpferden)
Abwehrschwäche
Narbenbehandlung
Wundheilungsstörungen

Ein Wort der Obacht

Nicht angewendet werden darf Akupunktur bei Krebserkrankungen jeglicher Art, insbesondere die Laser-Akupunktur stimuliert Zellwachstum und Regeneration. Ebenfalls nicht bei Infektionskrankheiten mit seuchenhaftem Verlauf, Blutgerinnungsstörungen, lebensbedrohlichen Schwächezuständen und nur bedingt bei Trächtigkeit.